19th century German/Austrian Travellers on Taal Taal as seen in 1856

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In der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts besuchten eine Reihe von deutschsprachigen Wissenschaftlern mit unterschiedlichen Interessen (Geographie, Biologie, Geologie) die Philippinen. Einige von ihnen besuchten auch den Taal und gaben Beschreibungen des Zustands des Vulkans zwischen verschiedenen Eruptionen.

In the second half of the last century, a number of scientists and travellers of German tongue visited the Philippines. Some of them also provided accounts of the conditions at Taal volcano in periods between major eruptions.

1825 E. Hofmann besuchte den Taal im Jahre 1825 und beschrieb den Krater wie folgt (Zitat in R. v. Drasche, "Fragmente zu einer Geologie der Insel Luzon", Wien, 1878) - (Bei der Wiedergabe des deutschen Textes wurde die Orthographie des Orginals beibehalten):

"Aus dem Boden des Kraters erheben sich in der Mitte zwei Aschenkegel mit einigen dreissig rauchenden Oeffnungen. Auf zwei Seiten umgibt verwitterter Lavagrund, auf den beiden anderen Seiten gelbes Schwefelwasser die Kegel. An dem nördlichsten Fuss des einen rauchte der Pfuhl ununterbrochen, und in dem Augenblicke, da ich den Kraterrand erreichte, fand eine schwache Eruption statt. Es stiegen nämlich unter Brausen und Rauch Aschenblasen auf, ähnlich den Blasen einer siedenen Lauge. Solche Ausbrüche waren zwei innerhalb zwanzig Minuten."

E.Hofmann visited Taal in 1825, and described the crater as follows (as cited by R. v. Drasche "Fragmente zu einer Geologie der Insel Luzon", Vienna, 1878:

"On the floor of the crater, there are two ash cones with about thirty fumaroles. On two sides, the cone borders on altered volcanics, on the other sides on yellowish sulfuric lakes. The northern lake was fuming incessantly and at the moment that I reached the crater rim, there was an eruption. Accompanied by roaring and steaming,, bubbles were rising, similar to boiling brine. Two such eruptions occurred within 20 minutes."

1842

DeLamarche stattete im Jahre 1842 dem Taal einen Besuch ab. Sein Bericht liegt ebenfalls z.Z. nur als Zitat in v.Drasche ("Fragmente ...") vor:

"Unten erhebt sich ein zweiter Hügelwall, doch weniger regelmässig als jener, auf dessen Rand wir uns befinden; er erhebt sich zu ein Fünftel der Totaltiefe. Dieser Wall nimmt in etwa die Hälfte des Terrains ein; die andere Hälfte zwischen den beiden Ringmauern ist eben und in zwei Teile zu unterscheiden. Der grössere ist ein grauer, fest erscheinender Boden, der kleinere ist ein See mit ruhiger Oberfläche. Dieser See hat beiläufig eine Mille Länge auf o,2 Breite. Die Farbe der Flüssigkeit ist gelb, getrübt mit schwarzen Flecken, die sich sehr schnell bilden, trotz einem leichten Aufwallen ihren Platz behalten, wachsen und schliesslich allmälig verschwinden. Gegen den See zu senkt sich der Abhanges zweiten Ringwalles sanfter als an den übrigen Theilen; hier ist er auch weniger zusammenhängend und die Flüssigkeit benetzt fast den Fuss jener kleinen Hügel in seinem Inneren, von welchem wir noch nicht gesprochen haben. Diese Hügelchen befinden sich in ungleichen Entfernungen eingeschachtelt in dem Ringwall; jener ist ein kleiner Krater, hier ist der eigentliche Vulkan zu suchen. Der auffallenste und merkwürdigste unter ihnen ist regelmäßig, kreisrund; er ist im Kleinen der Berg, auf dessen Rand wir uns befinden. Aus seiner Oeffnung strömen Wolken von weissem dicken, schwefeligem Rauch, der mit mehr oder weniger Heftigkeit ausgestrosen wird. Ein unterirdisches Kochen ist von Zeit zu Zeit zu hören ... Ich zählte neun Oeffnungen."

Delamarche visited Taal in 1842. His report is currently available to me only as translated by v. Drasche ("Fragmente ..."):

"Below us rises a second annular wall, but less regular than the one on that we are standing, it rises to a fifth of the hight of the latter. This wall covers about one half of the area, the other half is flat and consists of two distinct parts. The larger one of these is gray, seemingly solid ground, while the smaller part is covered by a lake with a calm surface. The lake is about one by 0.2 miles in diameter. The water is yellow and one sees dark spots that form rapidly, remain localized despite some boiling, grow and disappear slowly. Towards the lake, the walls of the inner crater are less steep than the other parts, besides, the wall is here less continuous and the water nearly reaches the small hills in its interior, that we have not yet described. These hills are located with unregular distribution within the annular wall, the latter is a small crater and here is the proper center of the volcano. The most remarkable of these is perfectly circular in shape, it is a small scale duplicate of the mountain on which we are standing. Its opening is emitting constantly thick whitish, sulfuric fumes. Subterraneous boiling can be heard from time to time ... I counted nine openings."



Der Holzschnitt zeigt kleine Kegel innerhalb eines größeren, zu einem Kratersee geöffneten Krater.
This woodcut depites the small cones, located within a larger crater that is open towards the crater lake.

Der auf dem Titel des Buches "The Mysteries of Taal" von Thomas R. Hargrove abgebildete Holzschnitt passt gut zu dieser Beschreibung. Der Autor gibt an, daß der Schnitt vermutlich im 17. oder 18. Jahrhundert entstanden ist. Der Vergleich mit der obigen Beschreibung und mit Skizzen, die von Drasche (siehe unten) anfertigte, läßt vermuten , daß die Abbildung die Situation in der Mitte des vorigen Jahrhunderts gut illustriert.

The woodcut shown on the cover of the book "The Mysteries of Taal" by Thomas R. Hargrove probably depicts well the scene decribed above. The autor states that the woodcut probably dates from the 17th or 18th century. Comparison with the description above and with sketches provided by von Drasche (see below) suggest that it illustrates the situation of the middle of last century.


1859

Der Zoologe Carl Semper besuchte den Taal am 30.4.1859, lange nach der heftigen Eruption von 1754, aber von der Eruption von 1874.

"Aber nur einen flüchtigen Blick konnte ich in den von kochendem, milchweis gefärbtem Wasser erfüllten Schlot werfen. Die Oberfläche der kochenden, dampfenden Masse mochte etwa 30-40 Fuss tief unter meinen Füssen liegen, niedriger, wie es schien, als die kochenden heissen Quellen, welche an der Südseite des Kraters ausbrachen. Links, gegen Südwesten von diesem Loch lag noch ein kleineres, dessen Wände ziemlich viel höher waren, als der Kegel, auf dem ich stand."

The zoologist Carl Semper visited Taal on april, 30th, 1859, a long time after the very violent eruption of 1754 and shortly before the eruption of 1974.

"It was possible only to have a quick look at the crater, filled with boiling, milky-white water. The surface of the boiling water body was about 30-40 feet below the place were I stood, this appeared to be lower than the boiling wells that surfaced in the south of the crater. To the southwest of the crater, there was a second smaller one, the walls of which, however, were higher than the cone on which I stood."

Die von Semper "nebenbei" gesammelten Gesteinsproben wurden später von K. Oebbeke untersucht, der seine Ergebnisse in der folgenden Arbeit veröffentlichte:

K. Oebbeke (1881) Beiträge zur Petrographie der Philippinen und Palau-Inseln. Neues Jahrbuch für Mineralogie, Beihefte 1, 451-501.

p. 478:   "... Zur Untersuchung lagen eine grössere Anzahl von Gesteinsproben sowohl vom Taal als vom Binintiang grande vor. Wenn sie alle als Augit-Andesite bezeichnet werden, so stützt sich dieses im wesentlichen auf das nur accessorische Auftreten des Olivins und auf den verhältnissmässig hohen Kieselsäuregehalt.
....
p. 479-480:   ... Das dichte schwarze Gestein (21), aus dem die Hauptmasse des Kraters zusammengesetzt ist, besteht vorwiegend aus Plagioklas, wenig Augit, Glas und Magnetit. Plagioklas und Augit, aber nicht sehr zahlreich, erscheinen als größere Einsprenglinge. Die optischen Verhältnisse des ersteren weisen auf Labradorit. Der Augit ist schwach pleochroitisch und an Menge dem Plagioklas untergeordnet. ... Die Grundmasse besteht aus fluidal angeordneten leistenförmigen Plagioklas- und winzigen Augit-Mikrolithen, die Zwischenräume sind mit einem braunem, globolitisch gekörneltem Glas erfüllt. ..."

The rock samples collected by Semper were subsequently studied by K. Oebbeke, who published his results in the following paper:
K. Oebbeke (1881) Beiträge zur Petrographie der Philippinen und Palau-Inseln. Neues Jahrbuch für Mineralogie, Beihefte 1, 451-501.

"...A larger collection of samples from Taal as well as from Binintiang Malaki was available. If all can be classified as augite andesites, this is due to the facts that olivine is present in only small amounts and the relatively high silica contents of the samples.
...
The massive black rock (sample 21), which forms the bulk of the main crater, is composed mainly of plagioclase, little augite, glas and magnetite. Plagioclase and augite form phenocrysts, though not frequently. The augite is weakly pleochroic and subordinate to plagioclase. ... The matrix consists of plagioclase laths that produce a fuidla structure and tiny augite microlites. The interstices are filled with brownish, globolitic glass. ..."

1875



crater walls as drawn by v.Drasche, 1875


sketch map of Taal's main crater as seen by v.Drasche in 1875







crater walls as drawn by v.Drasche, 1875

sketch map of Taal's main crater as seen by v.Drasche in 1875

Richard von Drasche besuchte den Taal 1875, also zwischen den Eruptionen von 1874 und 1878. Über diese Eruptionen liegen nur wenige Informationen vor; siehe den Bericht von Fr. Saderro Maso.

In einer ersten Arbeit (1876) "Einige Worte über den geologischen Bau von Südluzon." Tschermak's Mineralogische Mitteilungen, 157-165. wird Folgendes mitgeteilt:

p. 159 "... Der jetzt thätige Vulkan befindet sich im Zentrum der dreieckigen Insel. Er dürfte kaum mehr als 600 Fuss über das Niveau des See's ragen. Seine Abhänge werden von Tuffen zusammengesetzt, in welchen sich vielfach eckige Lavatrümmer und Schlacken finden, einen zusammenhängenden Lavastrom konnte ich, obwohl ich fast den ganzen Berg umgangen, nicht entdecken. Die allseitig vom Berge hinabfließenden Gewässer, haben ausserordentlich tiefe Barrancos in die weichen Tuffmassen gerissen, welche ein Umgehen des Kraters unglaublich mühsam machen. Am Westabhange des Berges beobachtete ich zahlreiche Fumarolen. Der im Verhältniss zur Höhe des Berges immense Krater mag fast eine englische Meile im Durchmesser haben, seine Wände, an welchen man die Schichtung der Tuffmassen ausgezeichnet verfolgen kann, sind ausserordentlich steil. In Fig. 1 gebe ich eine flüchtige Skizze der Kraterwände, in Fig. 2 eine Skizze des Krater-Inneren. An der Westseite des Kraterbodens befindet sich der Ueberrest eines gegen Ost eingestürzten, aus Rapilli bestehenden Kraterwall's. Innerhalb desselben erhebt sich ein kleiner Aschenhügel. Weiter nach Osten sind zwei kleine, heftig rauchende und Dämpfe von schwefeliger Säure ausstossende, tiefblaue Seen, deren Wasser eine concentrierte Lauge von Eisenviriol ist. Der übrige lockere Kraterboden ist vielfach von sauren Fumarolen durchwühlt, welche natürlich in den umliegenden Gesteinen die bekannten Zersetzungsphänomene hervorgerufen haben. ..."

Richard von Drasche visited Taal in 1876, i.e. between the eruptions of 1874 and 1878, about which little is known aside of the report in Fr. Saderro Maso.

p. 159 "...The currently active volcano is located in the center of the triangular island. It rises hardly more than 600 feet above the surface of the lake. It's slopes are composed of tuffs containing angular lava fragments and scoria, a lava flow could not be detected though i walked nearly all around the cone. The creeks flowing from the cone have incised extremly deep barrancos into the poorly consolidated tuffs, which makes a walk around the cone very hard. At the western flanks of the cone I observed numerous fumaroles. The crater, which in relation to the hight of the cone, has a large diameter of about one English mile. The walls, which permit to observe the layering of the tuffs, are extraordinaily steep. Fig. 1 is a sketch of the crater walls and Fig. 2 a sketch of the crater floor. In the western part of the crater floor, there is the relict of a crater wall, the eastern part of which collapsed. Within this crater rises a small ash cone. Further east, there are two small lakes of deep blue colour, emitting fumes of sulfuric acid. The water is a concentrated solution of iron sulfate. The other parts of the crater floor are composed of unconsolidated material, affected by fumaroles, which resulted in the well known alteration of these rocks. ... "

p. 160 " ... Eine entschieden merkwürdige Thatsache ist, dass bei keinem der Ausbrüche Lavaergüsse erwähnt werden, und ich auch vergeblich auf der ganzen Insel nach zusammenhängenden Strömen suchte. ... "

p. 160 " ...It is a strange fact that outpouring of lava has never been mentioned and that I also searched in vain for lava flows on the island. ... "

In dem Buch "Fragmente zu einer Geologie der Insel Luzon", Wien, 1878, das zwei Jahre später erschien, diskutiert v.Drasche auch die Entstehung der Taal-Sees (Laguna de Bonbon):

p. 54:   "...noch einige Worte über die Entstehung der nordwestlichen Umwallung und des Seebeckens.

Schon Zuñiga (...) erwähnt: 'Der Vulkan von Taal steht inmitten einer grossen Laguna, die Laguna de Bonbon genannt wird. Es liegen genug Anzeichen vor zu glauben, dass dieselbe sich durch den Einsturz eines Berges gebildet hat, auf dessen Spitze sich der Vulkan befand'. Dieser Ansicht schliesst sich v. Hochstetter (...) an: 'Dieser sogenannte 'Erhebungskrater' (die nordwestliche Umwallung) ist aber nichts Anderes als der stehengebliebene Fuß eines in die Tiefe versunkenen früheren Vulkankegels, der eine Höhe von 8000-9000 Fuss erreicht haben muss und den höchsten Kegelberg auf Luzon bildete. Erst nach dem Einsturze dieses Kegels hat sich die Laguna de Bonbon und der niedere Eruptionskegel gebildet'.

... Ich halte es für sicher, dass die weit verbreiteten Bimsteintuffe den Eruptionen dieses alten Vulkans angehören. ... "

In his book "Fragmente zu einer Geologie der Insel Luzon", Wien, 1878, published two years later, v.Drasche discussed the origin of Lake Taal:

"... a few words on the origin of the northwestern walls and the lake.

Already Zuñiga (...) said: 'The volcano Taal is located within a large lake, the Laguna de Bonbon. There is ample evidence that it formed by the subsidence of a mountain, the top of which was formed by the volcano'. This idea was supported by v. Hochstetter (...): 'This so-called 'elevation crater' (the northwestern wall) isn't anything but the remains of a subsided former volcanic cone. Its original height must have been about 8000-9000 feet, making it the highest cone on Luzon. Only after subsidence of this cone, the lake and the volcanic island formed'.

... I am sure that the widely distributed pumice tuffs are the products of that former volcano. ... "

Und weiter diskutiert v.Drasche die Entwicklung des Sees:

p. 54:   Es scheint sehr wahrscheinlich, dass der tiefe Kratersee einst mitdem Meere comunicirte, und erst durch spätere Eruptionen des kleinen Taal-Vulkanes diese Verbindung aufgehoben ward; so würde sich leicht das Vorhandensein einer brackischen Fauna in demselben erklären lassen.

Die Argumente dafür wurden schon in der älteren (1876) Arbeit "Einige Worte über den geologischen Bau von Südluzon", zusammengestellt:

p. 160:   "Das Vorkommen von marinen Fischen in dem See von Taal, sowie der Salzgehalt des Wassers, deutete entschieden darauf hin, dass das Meer ähnlich wie auf der Insel St. Paul in das Innere des alten Kraters drang und erst später nach dem Aufbau der jetzigen Insel, durch wiederholte Ascheneruptionen die Communication aufgelöst, und der See durch Tagwasser ausgesüsst wurde. ... "

Further on, v.Drasche discussed the evolution of Lake Taal:

p. 54: "It appears most likely that the deep crater alke once was connected to the ocean. Only later the connection was destroyed by deposits of later eruptions of the smaller volcano. This would explain the sea-water fauna found in the lake."

The arguments for this conclusion were already presented in the earlier publication "Einige Worte über den geologischen Bau von Südluzon":

p. 160: "The occurrence of marine fish species in the lake of Taal, as well as the salt contents of the water, indicate that - similar to the island St. Paul - the sea once invaded the crater and only after the formation of Volcano Island this communion was interrupted and the salt contents of the lake reduced due to the influx of surface water."

1734 map of Taal Dieser Ausschnitt aus der auf das Jahr 1734 datierten, sogenannten "Murillo Verde"-Karte, zeigt, daß der Taal-See früher tatsächlich mit dem meer in Verbindung stand. Es fällt auf, daß die Orte Lipa und Tanauan nicht in ihrer heutigen Position gezeigt sind (siehe Saderra Maso über die Eruption von 1754).

This part of the 1734 "Murillo Verde" map shows that Lake Taal indeed was once connected to the sea. It is of note, that the towns of Lipa and Tanauan are not shown in their present position (see Saderra Maso on the 1754 eruption).

Map modified after a reproduction in "The Mysteries of Taal" by Thomas R. Hargrove.
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