| 19th century German/Austrian Travellers on Taal | ![]() This site is still under construction, hence incomplete, last modification: May, 3rd, 1999 |
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In der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts besuchten eine Reihe von deutschsprachigen Wissenschaftlern mit unterschiedlichen Interessen (Geographie, Biologie, Geologie) die Philippinen. Einige von ihnen besuchten auch den Taal und gaben Beschreibungen des Zustands des Vulkans zwischen verschiedenen Eruptionen.
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| 1825 |
E. Hofmann besuchte den Taal im Jahre 1825 und beschrieb den Krater
wie folgt (Zitat in R. v. Drasche, "Fragmente zu einer Geologie der Insel
Luzon", Wien, 1878) - (Bei der Wiedergabe des deutschen
Textes wurde die Orthographie des
Orginals beibehalten):
"Aus dem Boden des Kraters erheben sich in der Mitte zwei Aschenkegel mit einigen dreissig rauchenden Oeffnungen. Auf zwei Seiten umgibt verwitterter Lavagrund, auf den beiden anderen Seiten gelbes Schwefelwasser die Kegel. An dem nördlichsten Fuss des einen rauchte der Pfuhl ununterbrochen, und in dem Augenblicke, da ich den Kraterrand erreichte, fand eine schwache Eruption statt. Es stiegen nämlich unter Brausen und Rauch Aschenblasen auf, ähnlich den Blasen einer siedenen Lauge. Solche Ausbrüche waren zwei innerhalb zwanzig Minuten."
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| 1842 | DeLamarche stattete im Jahre 1842 dem Taal einen Besuch ab. Sein Bericht liegt ebenfalls z.Z. nur als Zitat in v.Drasche ("Fragmente ...") vor: "Unten erhebt sich ein zweiter Hügelwall, doch weniger regelmässig als jener, auf dessen Rand wir uns befinden; er erhebt sich zu ein Fünftel der Totaltiefe. Dieser Wall nimmt in etwa die Hälfte des Terrains ein; die andere Hälfte zwischen den beiden Ringmauern ist eben und in zwei Teile zu unterscheiden. Der grössere ist ein grauer, fest erscheinender Boden, der kleinere ist ein See mit ruhiger Oberfläche. Dieser See hat beiläufig eine Mille Länge auf o,2 Breite. Die Farbe der Flüssigkeit ist gelb, getrübt mit schwarzen Flecken, die sich sehr schnell bilden, trotz einem leichten Aufwallen ihren Platz behalten, wachsen und schliesslich allmälig verschwinden. Gegen den See zu senkt sich der Abhanges zweiten Ringwalles sanfter als an den übrigen Theilen; hier ist er auch weniger zusammenhängend und die Flüssigkeit benetzt fast den Fuss jener kleinen Hügel in seinem Inneren, von welchem wir noch nicht gesprochen haben. Diese Hügelchen befinden sich in ungleichen Entfernungen eingeschachtelt in dem Ringwall; jener ist ein kleiner Krater, hier ist der eigentliche Vulkan zu suchen. Der auffallenste und merkwürdigste unter ihnen ist regelmäßig, kreisrund; er ist im Kleinen der Berg, auf dessen Rand wir uns befinden. Aus seiner Oeffnung strömen Wolken von weissem dicken, schwefeligem Rauch, der mit mehr oder weniger Heftigkeit ausgestrosen wird. Ein unterirdisches Kochen ist von Zeit zu Zeit zu hören ... Ich zählte neun Oeffnungen."
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![]() Der Holzschnitt zeigt kleine Kegel innerhalb eines größeren, zu einem Kratersee geöffneten Krater. |
Der auf dem Titel des Buches "The Mysteries of Taal" von Thomas R. Hargrove abgebildete Holzschnitt passt gut zu dieser Beschreibung. Der Autor gibt an, daß der Schnitt vermutlich im 17. oder 18. Jahrhundert entstanden ist. Der Vergleich mit der obigen Beschreibung und mit Skizzen, die von Drasche (siehe unten) anfertigte, läßt vermuten , daß die Abbildung die Situation in der Mitte des vorigen Jahrhunderts gut illustriert. The woodcut shown on the cover of the book "The Mysteries of Taal" by Thomas R. Hargrove probably depicts well the scene decribed above. The autor states that the woodcut probably dates from the 17th or 18th century. Comparison with the description above and with sketches provided by von Drasche (see below) suggest that it illustrates the situation of the middle of last century. |
1859 |
Der Zoologe Carl Semper besuchte den Taal am 30.4.1859, lange nach der heftigen Eruption von 1754, aber von der Eruption von 1874. "Aber nur einen flüchtigen Blick konnte ich in den von kochendem, milchweis gefärbtem Wasser erfüllten Schlot werfen. Die Oberfläche der kochenden, dampfenden Masse mochte etwa 30-40 Fuss tief unter meinen Füssen liegen, niedriger, wie es schien, als die kochenden heissen Quellen, welche an der Südseite des Kraters ausbrachen. Links, gegen Südwesten von diesem Loch lag noch ein kleineres, dessen Wände ziemlich viel höher waren, als der Kegel, auf dem ich stand."
Die von Semper "nebenbei" gesammelten Gesteinsproben wurden später von K. Oebbeke untersucht, der seine Ergebnisse in der folgenden Arbeit veröffentlichte: K. Oebbeke (1881) Beiträge zur Petrographie der Philippinen und Palau-Inseln. Neues Jahrbuch für Mineralogie, Beihefte 1, 451-501. p. 478: "... Zur Untersuchung lagen eine grössere
Anzahl von Gesteinsproben sowohl vom Taal als vom Binintiang grande
vor. Wenn sie alle als Augit-Andesite bezeichnet werden, so stützt sich
dieses im wesentlichen auf das nur accessorische Auftreten des Olivins
und auf den verhältnissmässig hohen Kieselsäuregehalt.
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1875![]() ![]() ![]() ![]() |
Richard von Drasche besuchte den Taal 1875, also zwischen den Eruptionen von 1874 und 1878. Über diese Eruptionen liegen nur wenige Informationen vor; siehe den Bericht von Fr. Saderro Maso. In einer ersten Arbeit (1876) "Einige Worte über den geologischen Bau von Südluzon." Tschermak's Mineralogische Mitteilungen, 157-165. wird Folgendes mitgeteilt: p. 159 "... Der jetzt thätige Vulkan befindet sich im Zentrum der dreieckigen Insel. Er dürfte kaum mehr als 600 Fuss über das Niveau des See's ragen. Seine Abhänge werden von Tuffen zusammengesetzt, in welchen sich vielfach eckige Lavatrümmer und Schlacken finden, einen zusammenhängenden Lavastrom konnte ich, obwohl ich fast den ganzen Berg umgangen, nicht entdecken. Die allseitig vom Berge hinabfließenden Gewässer, haben ausserordentlich tiefe Barrancos in die weichen Tuffmassen gerissen, welche ein Umgehen des Kraters unglaublich mühsam machen. Am Westabhange des Berges beobachtete ich zahlreiche Fumarolen. Der im Verhältniss zur Höhe des Berges immense Krater mag fast eine englische Meile im Durchmesser haben, seine Wände, an welchen man die Schichtung der Tuffmassen ausgezeichnet verfolgen kann, sind ausserordentlich steil. In Fig. 1 gebe ich eine flüchtige Skizze der Kraterwände, in Fig. 2 eine Skizze des Krater-Inneren. An der Westseite des Kraterbodens befindet sich der Ueberrest eines gegen Ost eingestürzten, aus Rapilli bestehenden Kraterwall's. Innerhalb desselben erhebt sich ein kleiner Aschenhügel. Weiter nach Osten sind zwei kleine, heftig rauchende und Dämpfe von schwefeliger Säure ausstossende, tiefblaue Seen, deren Wasser eine concentrierte Lauge von Eisenviriol ist. Der übrige lockere Kraterboden ist vielfach von sauren Fumarolen durchwühlt, welche natürlich in den umliegenden Gesteinen die bekannten Zersetzungsphänomene hervorgerufen haben. ..."
p. 160 " ... Eine entschieden merkwürdige Thatsache ist, dass bei keinem der Ausbrüche Lavaergüsse erwähnt werden, und ich auch vergeblich auf der ganzen Insel nach zusammenhängenden Strömen suchte. ... "
In dem Buch "Fragmente zu einer Geologie
der Insel Luzon", Wien, 1878, das zwei Jahre später erschien, diskutiert
v.Drasche auch die Entstehung der Taal-Sees (Laguna de Bonbon):
p. 54: "...noch einige Worte
über die Entstehung der nordwestlichen Umwallung und des Seebeckens. Schon Zuñiga (...) erwähnt: 'Der Vulkan von Taal steht inmitten einer grossen Laguna, die Laguna de Bonbon genannt wird. Es liegen genug Anzeichen vor zu glauben, dass dieselbe sich durch den Einsturz eines Berges gebildet hat, auf dessen Spitze sich der Vulkan befand'. Dieser Ansicht schliesst sich v. Hochstetter (...) an: 'Dieser sogenannte 'Erhebungskrater' (die nordwestliche Umwallung) ist aber nichts Anderes als der stehengebliebene Fuß eines in die Tiefe versunkenen früheren Vulkankegels, der eine Höhe von 8000-9000 Fuss erreicht haben muss und den höchsten Kegelberg auf Luzon bildete. Erst nach dem Einsturze dieses Kegels hat sich die Laguna de Bonbon und der niedere Eruptionskegel gebildet'. ... Ich halte es für sicher, dass die weit verbreiteten Bimsteintuffe den Eruptionen dieses alten Vulkans angehören. ... "
Und weiter diskutiert v.Drasche die Entwicklung des Sees: p. 54: Es scheint sehr wahrscheinlich, dass der tiefe Kratersee einst mitdem Meere comunicirte, und erst durch spätere Eruptionen des kleinen Taal-Vulkanes diese Verbindung aufgehoben ward; so würde sich leicht das Vorhandensein einer brackischen Fauna in demselben erklären lassen. Die Argumente dafür wurden schon in der älteren (1876) Arbeit "Einige Worte über den geologischen Bau von Südluzon", zusammengestellt: p. 160: "Das Vorkommen von marinen Fischen in dem See von Taal, sowie der Salzgehalt des Wassers, deutete entschieden darauf hin, dass das Meer ähnlich wie auf der Insel St. Paul in das Innere des alten Kraters drang und erst später nach dem Aufbau der jetzigen Insel, durch wiederholte Ascheneruptionen die Communication aufgelöst, und der See durch Tagwasser ausgesüsst wurde. ... "
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Dieser Ausschnitt aus der auf das Jahr 1734 datierten, sogenannten "Murillo Verde"-Karte, zeigt, daß der Taal-See früher tatsächlich mit dem meer in Verbindung stand. Es fällt auf, daß die Orte Lipa und Tanauan nicht in ihrer heutigen Position gezeigt sind (siehe
Saderra Maso über die Eruption von 1754). This part of the 1734 "Murillo Verde" map shows that Lake Taal indeed was once connected to the sea. It is of note, that the towns of Lipa and Tanauan are not shown in their present position (see Saderra Maso on the 1754 eruption). Map modified after a reproduction in "The Mysteries of Taal" by Thomas R. Hargrove. |
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