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Zur mikroskopischen Untersuchung legt man den Dünnschliff
auf den drehbaren Tisch eines speziellen Mikroskops (Abb.). Er wird von unten
durchleuchtet. Unter dem Mikroskoptisch, also zwischen der Lichtquelle und dem
Dünnschliff, ist bei Mikroskopen, die von Geowissenschaftlern benutzt werden,
ein sogenannter Polarisator angebracht. Dadurch wird erreicht, daß die Lichtwellen
in einer Ebene schwingen, wenn sie den Polarisator verlassen. Dadurch können
richtungsabhängige Eigenschaften der Minerale untersucht werden. Zusätzlich
ist zwischen dem Dünnschliff und dem Mikroskoptubus ein zweiter Polarisator,
der sogenannte Analysator, angebracht (Abb.). Dieser kann gegenüber dem Polarisator
um 90 Grad verdreht werden, man spricht von einer Untersuchung bei "gekreuzten
Polarisatoren".
Das Licht, welches in einer Ebene schwingend den
Polarisator verläßt, wird in den meisten Mineralen, die im Dünnschliff
liegen, in zwei Strahlen aufgespalten. Diese werden im Analysator wieder durch
Überlagerung (Interferenz) vereint. Bei diesem Vorgang entstehen bunte Farben,
die ein wichtiges Hilfsmittel zur Identifikation von Mineralen sind. Bei der Gesteinsmikroskopie
ist es daher wichtig, die Eigenfarben, die man dann sieht, wenn Polarisator und
Analysator parallel stehen und Interferenzfarben, die bei gekreuzten, d.h. gegeneinander
um 90 Grad verdrehten Polarisatoren entstehen, zu unterscheiden (Bei Mikrophotos
ist daher immer angegeben, ob sie bei parallelen oder gekreuzten Polarisatoren
aufgenommen wurden). Neben den Interferenzfarben sind vor allem folgende
Merkmale wichtig für die Identifikation von Mineralen:
- die Eigenfarbe (weiße Minerale sind im Dünnschliff meist farblos durchsichtig, viele
schwarz erscheinende Minerale sind im Dünnschliff grün oder braun gefärbt),
- die Kornform (vor allem in Vulkaniten bilden viele Minerale typische Kornformen
aus, das sie ja in der Schmelze unbehindert wachsen können),
- die Spaltbarkeit, (viele Minerale werden von einem oder mehreren Systemen feiner Risse durchzogen, die bei mikroskopischer Untersuchung meist viel besser zu erkennen sind, als bei
Betrachtung mit dem bloßem Auge; oft sind sie mit Hilfe einer Lupe schon
gut zu erkennen).
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