simulierte Temperaturverteilung in einer Eruptionsäule mit Aschenstrom

PD Dr. Ulrich Knittel:
Vulkanismus

Lektion 4:
Strombolianische Eruptionen (2)



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Magmenbildung und -aufstieg
Klassifikation - Grundlagen
Hawaiianische Eruptionen

Strombolianische Eruptionen

Mechanismus - Ablagerungen

Strombolianische Eruptionen entstehen, wenn große Gasblasen durch die 'Düse' des Schlots getrieben werden. Wie es zur Bildung solcher großen Gasblasen kommt ist nicht klar, möglicherweise gibt es im Förderkanal eine Art Syphon, wo sich erst eine bestimmte Gasmenge ansammeln muß, bevor sie weiter aufsteigen kann (ähnlich Geysiren)

Bei den einzelnen Explosionen wird jeweils relativ wenig Magma gefördert, weshalb mächtige Ablagerungen nur bei rascher Explosionsfolge oder langanhaltender Tätigkeit entstehen. Die einzelnen Magmafetzen erkalten bei der geringen 'Materialdichte' in der Eruptionssäule so stark, daß sie in der Regel beim Auftreffen auf dem Boden nicht mehr miteinander verschweißen. Die einzelnen Lavafragmente sind in der Regel auch kleiner als die Schweißschlacken hawaiianischer Tätigkeit, nämlich haselnuß- bis tennisballgroß.

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     Mechanismus strombolianischer Eruptionen

Schemazeichnung des Mechanismus strombolianischer Aktivität; in der unteren Bildreihe erfolgen die Explosionen in so großem zeitlichen Abstand, daß sich auf der Lavaoberfläche neue Krusten bilden können.

Geeser Maar Foto: u.knittel
Ablagerungen strombolianischer Tätigkeit, aufgeschlossen an der Wand des Steinbruchs in dem Wall des Geeser Maars (die Tatsache, daß strombolianische Ablagerungen in einem Maar zu finden sind, belegt, daß Vulkane zu verschiedenen Zeiten unterschiedliche Aktivität zeigen können.