simulierte Temperaturverteilung in einer Eruptionsäule mit Aschenstrom

PD Dr. Ulrich Knittel:
Vulkanismus

Lektion 2:
Vulkanische Eruptionen
2A: Klassifikation


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Klassifikation von Vulkanausbrüchen

Vulkanausbrüche werden nach ihrer Explosivität klassifiziert. Als Maß für die Explosivität dient dabei zum einen die Fragmentierung, d.h. der Anteil des Magmas, der bei der Eruption zu Fragmenten mit einen Durchmesser von weniger als 1 mm zerrissen wird, sowie die regionale Verbreitung der Ablagerungen.

Der Anteil der Fragmente mit Durchmessern von weniger als 1 mm (F) wird dort bestimmt, wo die Ablagerungen 10 % der maximalen Mächtigkeit aufweisen. Die regionale Verbreitung D wird durch die Isopache (Linie gleicher Mächtigkeit), die 1 % der maximalen Mächtigkeit der Ablagerungen entspricht, bestimmt.

Durch diese einfache Unterteilung werden drei wichtige Eruptionstypen unterschieden (siehe Abbildung rechts!):

  • hawaiianische Eruptionen, bei denen das Magma nur wenig fragmentiert und in unmittelbarer Nähe des Eruptionspunktes abgelagert wird,
  • strombolianische Eruptionen, bei denen das Magma ebenfalls nur wenig fragmentiert, jedoch durch die explosive Tätigkeit weiter verbreitet wird, und
  • plinianische Eruptionen, bei denen das Magma stark fragmentiert und über weite Gebiete verteilt wird.

Bitte überlegen Sie, in welche der angegebenen Eruptionstypen die bekannten Vulkaneruptionen fallen und welcher Art die Tätigkeit der europäischen Vulkane ist.

Klassifikation von Vulkanausbrüchen

Klassifikation von Vulkanausbrüchen auf der Basis des Fragmentierungsgrades und der Verbreitung der Ablagerungen (siehe Text). H (rot) = hawaiianische Eruptionen, S (rosa) = strombolianische Eruptionen, sPl (blass-rosa) = sub-plinianische Eruptionen, Pl = plinianische Eruptionen.


Die Fragmentierung des Magmas ist eine Folge der Entgasung des Magmas: Lektion 2B.